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Galerie: "24. August 1918" zurück zur Übersicht


24. August 1918 - Ospedaletto, Italien, Südwestfront - Flugfeld der Flieger-Kompanie (FliK) 9J

Geschichtlicher Abriß
Während seit der italienischen Kriegserklärung an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 in insgesamt 11 Isonzo-Offensiven im Zeitraum vom 23. Juni 1915 bis 20. September 1917 keinerlei nennenswerte Gebietsgewinne auf italienischer Seite erzielt werden konnten, brachte die 12. Isonzo-Schlacht, die erste österreich-ungarische Offensive an dieser Front, einen überwältigenden Sieg. Im Zuge der „Schlacht von Karfreit (Caporetto)“ zwischen 24. Oktober 1917 und 2. Dezember 1917 wurden die italienischen Truppen bis an die Piave zurück gedrängt.
„Die Italiener gaben ihre Verluste an mit: 800.000 Mann (10.000 Tote, 30.000 Verwundete, nahezu 300.000 Gefangene und weit über 400.000 Versprengte und Deserteure, die durch viele Monate nicht mehr in die Front gestellt werden konnten), 3.152 Geschütze - die k.u.k. Armee hat den Krieg mit nicht viel mehr als 2.000 Geschützen begonnen - 1.732 Minenwerfer, 3.000 Maschinengewehre, ungeheure Massen an Munition, Verpflegung und Bekleidung, unzählige Pferde, Fuhrwerke und Kraftwagen. An diesen Zahlen gemessen ist die Isonzo-Offensive das gewaltigste kriegsgeschichtliche Ereignis der gesamten damaligen Kriegsgeschichte.“

Das Diorama – die Szene
Der Pilot Karl Linner hat die morgendliche Einsatzbesprechung bereits hinter sich gebracht und benutzt die Zeit, während seine Phoenix DII fertig gewartet wird, um Kartenstudium zu betreiben und mit Kameraden von den Technischen Truppen ein Schwätzchen zu halten. Ob er bereits jetzt eine Vorahnung hat, was ihm der Tag bringen wird, läßt sich heute nicht mehr feststellen. In absehbarer Zeit wird er zu einem Sperrflug über der Front befohlen werden. Er wird über Levico auf 4 Bristol F2b der 139. Squadron stoßen. Er wird dieses Gefecht nicht überleben.
Quellenhinweise:
Heeresgeschichtliches Museum Wien, Ausstellung und Archiv / Österreichisches Staatsarchiv / Die Flugzeuge der k.u.k. Luftfahrttruppe und Seeflieger, Vlg. H. Weishaupt

Das Diorama – der Bau

Die Phoenix DII
Die Originalmaschine des Karl Linner: Als Bausatz für die Phoenix DII verwendete ich den Kit von Spezial-Hobby, der zwar eine DI-Version vorstellen soll, aber ein paar kleine Änderungen und schon paßt alles. Bemalt wurde mit Revell und Vallejo Model Air, unter Verwendung einer Triplex, sowie mit Pinsel.
Zusätzlich wurden kleinere Details Scratch gefertigt; wie die beiden MG’s …… die man nach dem Einbau nicht mehr sieht…… Links wurde das Wartungsblech ausgeschnitten, um wenigstens etwas Sicht auf den Motor zu ermöglichen. Es ist zwar ein schönes Resin-Modell des Hiero-BA (230 PS, 6 Zylinder-Reihenmotor, wassergekühlt) im Bausatz enthalten, bloß sieht man auch davon nach dem Einbau nix. Die äußerst filigranen Streben zwischen Rumpf und Oberflügel hab ich gleich mal aus passendem Metalldraht nachgebaut – sonst hätte es wohl Bruch gegeben.
Der weitere Zusammenbau ging glatt von Statten, lediglich der Propeller wollte erst nach einigen Versuchen holzähnlichkeit annehmen. Danach wurde noch mittels Washing, Dry-brushing und Pigmenten gealtert, verwittert, und, und, und …..

Der Tankwagen
Für den Tankwagen mußte ein altes Matchbox als Basis herhalten, daß gleich mal komplett zerlegt wurde. Danach wurde unter Ergänzung wesentlicher, gescratchter Teile neu aufgebaut. Ebenso der Aufbau und der Tank, sodaß ein, in die Zeit passender Tankwagen entstand.

Die Mannschaft
Die Figuren entstanden aus Umbau von Preiser-Figuren der Serien Bauarbeiter und Industriearbeiter, die zurechtgesägt und gefeilt, sowie durch Ergänzungen aus Bleifolie auf k.u.k.-Uniform getrimmt wurden.

Das Gelände
Für die Grundplatte wurde ein Brett mit PU-Schaum aufgeschäumt, das Gelände ausgeschnitten, verspachtelt und grundiert. Danach wurde eine Schicht feine Erde aufgebracht, die an den gewünschten Stellen begrast wurde. Zur Darstellung des Gewässers auf der Rückseite wurde Epoxid-Harz benutzt, die Bäume sowie alle anderen Pflanzen entstammen der Natur und wurden leicht angepaßt und verändert. Zum Einsatz kamen diverse Moose, Hundskamille, Schafgarbe, Schleierkraut und ähnliches.

Der Unterstand
Die Hütte wurde aus Mahagoni-Leisten aus dem Bastel-Bedarf aufgebaut, der Schreibtisch, das Telefon, sowie Tisch und Bänke sind ebenfalls aus Mahagoni, jedoch auf Walnuß gebeizt. Der Schreibtisch-Sessel ist nach einem realen Vorbild aus dieser Zeit in Eigenbau entstanden. Der Ofen war im früheren Leben irgendein Ü-Ei-Teil. Die am „Gartentisch“ liegenden Karten sind verkleinerte Originale, die Fliegerbrille wurde aus Draht gebogen und das Glas mit Klarlack dargestellt.

Der Rahmen um das ganze entstand aus 40x20 mm Fichtenleisten, die gefräst, gebeizt und antikisiert wurden. Insgesamter Aufwand, inklusive der nötigen Recherchen, seit der ersten Idee zu diesem Dio ungefähr 200 Stunden.

Fazit
Der Spezial-Hobby-Bausatz ist schon ein Leckerbissen für alle, die an dieser Epoche interessiert sind. Österreich-Ungarische Maschinen sind als Bausatz ja leider ziemlich selten. Eine absolute Empfehlung meinerseits.

Mit modellbauerischen Grüßen
Wolfgang Strassmayer




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