

B24 - J
Die B24 – in England “Liberator” genannt – war
das Nachfolgemuster der B17 und vor Erscheinen der B29 der effektivste
Bomber der USA – im Hinblick auf Reichweite und Zuladung. Die
Flugzeuge wurden bei Consoldated in San Diego und Fort Worth, bei Ford
in Willow Run, bei Douglas in Tulsa und bei North American in Dallas
produziert. Der Grundentwurf dieses Typs basiert aus dem Jahr 1939, als
General "Hap" Arnold die Firma Consolidated einlud, eine Folgemuster
der Boeing B17-"Flying Fortress" zu konzipieren.. Der Erstflug des
Prototypen fand bereits am 29. Dezember 1939 statt. Während
seitens des US-Behörden 43 Maschinen zur Truppenerprobung geordert
wurden, bestellte England sofort 284 Muster dieses Typs. Die ersten
eingesetzten Maschinen flogen ab Juni 1941 zur Sicherung der
Süd-Atlantik-Route. Nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbour
wurde die Produktion verstärkt. Mitte 1942 griffen B24 aus dem
mittleren Osten die Erdölfelder in Ploesti/Rumänien an. Die
8. Luftflotte bekämpfte in Nordafrika des deutsche Afrikakorps.
Nach der Einnahme Siziliens und Unter-Italiens wurde der Bombenkrieg
gegen das deutsche Kernland auch aus Süden eröffnet.
Insgesamt wurden 18.482 Liberators der verschiedenen Versionen gebaut,
jedoch bereits 1951 schien nur noch lediglich 1 (EINE!!) Maschine in
den Verzeichnissen der US-Air-Force auf.
Die Maschine die ich bauen wollte, war Boot Nr. 27 der 765.
Bomber-Staffel der 461. Bomber Gruppe, 49. Bomber-Geschwader der 15.
Luftflotte, stationiert in Torretto/Italien. Unglücklicherweise
gab es Boot Nr. 27 aber zweimal: die „Betty Jean“ (Serien
Nr. 42-78606) ab 3. Aug. 1944 (transferiert zur 451. Bomber Gruppe) und
die „You Bet!“ (Serien Nr. 44-10557) als Ersatz ab 19. Dez.
1944 (kam von der 8. Luftflotte)…….. Daher trägt
mein Modell zwei Seriennummern und zwei Nose-Arts.
Bei beiden Maschinen handelt es sich um Veteranen, die an den
wichtigsten und schwierigsten Bombenangriffen der 15. Luftflotte
teilnahmen, wie Angriffe gegen Wien (Bahnhöfe, Donauhafen und
Mineralöllager), Linz (Stahlindustrie), St. Valentin
(Panzer-Produktion), Moosbierbaum (Raffinerie für Flugbenzin),
Strasshof (Haupt-Umschlag-Bahnhof für die Ostfront), usw.
Die "You Bet!" hat den Krieg überlebt und wurde am 15. Juni 1945
durch Vahl Vladyka in die Staaten zurück geflogen. Über das
weiter Schicksal der "Betty Jean" sind mir leider noch keine Daten
bekannt.
Ich verwendete den alten Monogram-Bausatz – sprechen wir bei
diesem Kit nicht über moderne Bausatzqualität – und
hatte doch einiges zu verspachteln und verschleifen. Ab Beginn dieses
Projekt wollte ich die Maschine mit glaubwürdiger Inneneinrichtung
versehen – das wird ich wohl nach dieser Erfahrung nie
wieder…. Die komplette Inneneinrichtung ist im Eigenbau
entstanden, eine Arbeit die 3 Monate Zeit benötigte.
Für die Herstellung der Inneneinrichtung benutzte ich, was mir an
Material grade unter die Finger kam ..... Sauerstofftanks wurden aus
alten, abgelaufenen Medikamenten gebaut, Transistoren wurden zu Reglern
umfunktioniert, die Reste-Box wurde komplett geplündert, aus Draht
wurden die Strukturen der Geschütztürme gefertigt, aus
Plastikresten entstanden Sitze; auch einige Einzelteile von
Überraschungs-Ei-Inhalten wurden zweckentfremdet. Meistens
brauchte die Überlegung: "Wie bau ich denn das jetzt wieder?"
doppelt solange, wie die Verwirklichung.
Für das Diorama benutzte ich eine Holzplatte, die mit diversem
Streumaterial versehen wurde; das kurze Stück Zaun entstand aus
Fliegengitter. Die Fahrzeuge sind von Revell (Schlepper), Verlinden
(Jeeps) und Formatex (Dodge WC54).
Die Figuren sind von Verlinden, ICM und Revell.
Fazit
B24: Ein schöner und günstiger Bausatz, für den
Anfänger und Profi unter den Modellbauern geeignet.
Passgenauigkeit und Detaillierung den 70er Jahren entsprechend; heute
jedoch nicht mehr zeitgemäß.
Dodge: Ein wunderbarer Resin-Bausatz der ungarischen Firma Formatex, der keinerlei Probleme verursachte.
Jeeps: Eben Verlinden .....
Schlepper: Naja - Revell halt..... es waren einige Umbauten nötig, um ein halbwegs passables Modell zu bekommen.
Mit modellbauerischen Grüßen
Wolfgang Strasmayer
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